veröffentlicht am Montag, 13.03.2017

www.infowilplus.ch Thomas Riesen


 

Erfolgreiche Wahlen im Mittelpunkt
Die Präsidentin der SVP Wil Ursi Egli wünscht sich mehr Frauen im Vorstand.

Die Mitgliederschaft der SVP Wil traf sich am Donnerstag im Hof zu Wil zur Hauptversammlung. Sie stimmte einer Verstärkung des Vorstandes zu, wobei ein Zugang die Teil-Revision der Statuten erforderte. Die Präsidentin Ursula Egli führte im flotten Tempo durch die Versammlung.
Andreas Senti und Benjamin Büsser verstärken den Vorstand der Wiler Ortspartei. Beide gehören der SVP-Fraktion im Stadtparlament an. Andreas Senti übernimmt Verantwortung als Plakataufsteller und Benjamin Büsser wurde „von Amtes wegen“ gewählt. Seiner Wahl ging die Zustimmung zur Teilrevision der Statuten voraus, welche unter anderem regelt, dass der Fraktionspräsident automatisch Vorstandsmitglied der Ortspartei ist. Damit rücken Partei und Fraktion enger zusammen.

Doch erst zog die Präsidentin Bilanz über 2016 und blickte auf 2017 voraus. Dieses Jahr ist ihr die Wahl zur höchsten Wilerin besonders intensiv in Erinnerung geblieben. Es sei eine Ehre, aber auch viel Arbeit und „das Amt ist mit vielen Einladungen verbunden“. Und Ursula Egli äusserte einen Wunsch: Sie hätte gern mehr Frauen im Vorstand. „Aber daran arbeiten wir.“

„Mehr Demokratie wagen“
Ihren Jahresbericht eröffnete Ursi Egli mit einem Zitat des Sozialdemokraten Willy Brandt: „Wir wollen mehr Demokratie wagen. Wir wollen eine Gesellschaft, die mehr Freiheit bietet und mehr Mitverantwortung fordert.“ Doch bei näherer Betrachtung der Entwicklung sehe man schnell, dass etwas schief laufe. Ursula Egli erinnerte an den Brexit und die gescheiterte Willkommenskultur von Angela Merkel.

Noch bestens in Erinnerung sind bei ihr die Terroranschläge und die Wahl von Donald Trump, die sie als Misstrauensvotum bezeichnete. „Sauer aufgestossen ist mir das Abstimmungsverhalten der gesamten CVP-Fraktion bei der MEI-Umsetzung. Sie hat durch Stimmenthaltung geglänzt.“ Eben so bedauerte die Parteipräsidentin, dass es in der St. Galler Regierung wieder nicht für einen zweiten Sitz reichte.

Zwei Sitze zugelegt
Lokal besonders erfreulich war für die SVP, dass sie – trotz Reduktion des Stadtparlamentes – zwei Sitze dazugewinnen konnte. „Das Wahlergebnis zeigt, dass die Wählerschaft mit unserer Arbeit zufrieden ist“, betonte Ursula Egli. Dann kritisierte sie die bürgerlichen Parteien. „Es wäre schön, wenn sie auch eine klare Linie zeige würden. Die Regierung soll uns nicht fürchten, aber Volksrechte sind ein wichtiges Gut.“

Intern ein Erfolg war das Sammelergebnis der Unterschriften zum Energiereferendum. Die Wiler Ortspartei belegte im Kanton St. Gallen den dritten Rang. Nur Rapperswil und St. Gallen waren erfolgreicher. Für diesen Einsatz bedankte sich die Präsidentin bei allen Helferinnen und Helfern ganz besonders.

Betrieb professionalisiert
Der Wahlerfolg im Stadtparlament beschäftigte auch den Fraktionspräsidenten Benjamin Büsser. Erst freute er sich, dann stellte sich für ihn die Frage: Wie gehen wir damit um? Eine Konsequenz ist die Professionalisierung des Betriebes, nachdem die Fraktion nun eben so viele Mitglieder wie die CVP hat. Pascal Stieger ist offiziell Vizepräsident und Patrick Lerch übernimmt das Sekretariat.

Die Wahl von Ursula Egli zur Parlamentspräsidentin war ebenfalls ein Thema im Jahresbericht aus dem Parlament. Es sei ein besonderes Highlight gewesen, blickte Benjamin Büsser zurück. Er lobte bei dieser Gelegenheit zudem die beiden neuen Fraktionsmitglieder. Sie hätten sich gut integriert und seien engagiert am Werk.

Gemeinsamer, bürgerlicher Weg gesucht
Ein grosses Projekt für die nächsten Jahre ist die Bildung einer neuen Wirtschaftsgruppe. Damit sollen Politik und Wirtschaft näher zusammenrücken. Enger zusammenrücken will die SVP auch mit den Fraktionen von FDP und CVP. Es gelte einen gemeinsamen, bürgerlichen Weg zu finden. Die Frauenfrage beschäftigte den Fraktionspräsidenten eben so. Sie zu finden und für die Mitarbeit zu begeistern sei das grosse Ziel.

Ebenfalls ein spezielles Projekt hat die Kreispartei in Angriff genommen. Bruno Dudli, Präsident, berichtete, dass es gelte potenzielle Mandatsträger frühzeitig zu sichten und zu fördern. Er nannte als Ziel im Kantonsrat den siebten Sitz für den Wahlkreis Wil, der mit dieser Nachwuchsförderung erreicht werden soll.

Das Geschehen im Kantonsrat fasste Erwin Böhi zusammen. „Wir haben bewegte Sitzungen hinter uns“, sagte er und fragte: „Wie lange sind wir noch bereit jährlich 1,5 Prozent Ausgabenwachstum zuzulassen?“. Er betonte die SVP wolle nicht den Staat kaputt sparen, aber dieses Wachstum bremsen. Als zentralen Kostentreiber nannte er Bundesvorschriften.

Zum Abschluss der Versammlung führte Rudi Schär die Mitgliederinnen und Mitglieder der SVP-Wil durch die ehrwürdigen Gemäuer des Hofes zu Wil und liess deren Geschichte noch einmal Revue passieren.