veröffentlicht am Donnerstag, 22.03.2018



Respektvoll und politisch fair.

Untertitel: 
Warum Opposition zu einfach ist.


?Warum schreibe ich nicht oppositionell?

Nun ist es also soweit. Ich wurde von meiner Partei gebeten, mich in einem Polit-Talk zu äussern. 

Wie viele andere Autoren vor mir könnte ich nun zu aktuellen lokalpolitischen Auseinandersetzungen oder Meinungen Stellung beziehen. Ich würde mich in der entsprechenden politischen Sparte positionieren, einteilen und zuordnen lassen oder mich zu etwas äussern, das mir auf dem Herzen liegt oder mir schon lange zuwider ist. Aus diesen Gründen schreibe ich über das Thema Respektvoll, politisch und fair.

Nicht dass Sie mich falsch verstehen, da gäbe es viele Themen, wie zum Beispiel die geschäftsschädigenden Parkgebühren auf dem Bleicheplatz, die Busfahrpläne von WilMobil, die Anschlussbusse, die nicht warten, die Verzögerungen der Baueingaben und des neuen Baugesetzes auf dem Departement für Bau und Verkehr oder die altpolitische und schon fast traditionelle Kathifrage oder die Deutsche Sprachförderung der öffentlichen Schule in der Moschee mit deren Regelung der Ruhezeiten im Quartier.

Nein, bei diesem Polit-Talk möchte ich über etwas Enscheidendes und Grundsätzliches meine Gedanken und Ansichten als Stadtparlamentarier kundgeben. Obwohl, ich muss zugeben, es juckt mich auch in den Fingern etwas zu unserem nationalen Fernsehprogramm und deren Finanzierung zu schreiben. Über dieses national-politische Thema fand kürzlich die Abstimmung statt. Aber überlassen wir das den Abstimmungsresultaten und dem Willen unseres Schweizer Stimmvolkes.

Respektvoll und fair politisieren.

Nein, ich will nicht nur schwarz-weiss und oppositionell schreiben, obwohl ich das manchmal auch gerne tun würde, wenn mir die ungerechte Bevorzugung einer Minderheit oder eine „Scheinintegration“ so richtig auf dem Magen liegt. Ich schreibe in diesem Polit-Talk über die Art und Weise und über den politischen Umgang miteinander, sowie den gegenseitigen Respekt untereinander im alltäglichen Zusammenleben. Wenn wir Sachpolitik leben und betreiben wollen, dann sind Fairness und Klarheit unabdingbar. 

Es ist einfach, gegen eine Sache zu sein, ohne dass man den Dialog sucht oder nicht zumindest eine bessere Lösung erarbeitet, erklärt und einbringt. Der Umgang miteinander und die Fokussierung auf zu lösende Herausforderungen sollten unseren Horizont ausmachen und manchmal auch erweitern. Wir sind eine direkte Demokratie und da bestimmt jeweils das Stimmvolk oder die Mehrheit in einer zu entscheidenden Sache. Dabei ist aber auch meinerseits anzumerken, dass eine Minderheit nicht die Mehrheit darstellt. Wie wir zu einem Mehrheitsentscheid kommen, ist entscheidend. Die Art und Weise wie politisch-gegensätzliche Vertreter der verschiedenen Parteien miteinander umgehen, ist längerfristig und für das Wohl des Volkes nötig.

Es wirft nur kurzfristig etwas ab, wenn man provokativ auf Opposition geht und einfach nur Nein zu einer Sache sagt, oder destruktiv von “Bockmist“ redet wie unsere Bundesrätin Doris Leuthard. Ein politisches und parteiunterstützendes Vorgehen äussert sich durch Engagement und Einsatz in den Kommissionen, aber auch durch produktive und durchdachte Varianten und Lösungsvorschläge im Parlament. Sie fragen sich jetzt vielleicht, wieso mir der Respekt und die Art und Weise so wichtig sind?

Und wie fahren Sie Auto?

Nun lassen Sie es mich so erklären: Stellen Sie sich vor, sie fahren Auto und brüllen an jeder Kreuzung denjenigen an, der im Moment aufgrund der Verkehrsregelung gerade Vortritt hat. Nein, natürlich macht man das nicht. Es gibt dafür ja auch Ampeln und Verkehrssignale, an die sich alle halten müssen. Ebenso käme es Ihnen, geschätzte Leser, nie in den Sinn während dem Fahren einfach nur immer das Steuerrad nach links herumzureissen … ausser sie wollen mal einen neuen Kreisel ausprobieren, was sie dann höchstens 3 Mal tun werden.

Ebenso würde es Ihnen nie spontan einfallen, einen Kreisel einfach im Uhrzeigersinn zu umfahren, indem sie hart nach links steuern. Dazu kommt, dass sie zwischendurch wohl geradeaus fahren müssen, ob sie wollen oder nicht. Schlussendlich geben die Strasse und der Verkehr den Kurs vor. Selbstverständlich gibt es auch Kurven auf der Strasse. Nur können wir diese nicht wählen oder verändern, wir haben mit unserem Lenkrad zu steuern, wenn eine Rechts- oder eine Linkskurve kommt. Wenn uns das nicht passt, können wir trotzdem nicht in einer Rechtskurve nach links steuern und umgekehrt. 

Sie merken liebe Leser, worauf ich hinaus will. Es gibt gesetzliche Vorgaben, es gibt die Infrastruktur der Strassen und es gibt Sie als Wähler, der entscheiden kann wohin und in welche Richtung er sein Auto lenken will. Leider gibt es aber in unserem verkehrsreichen mobilen Leben auch des öfteren Unfälle.

Aktuelle Beispiele zur Respektfrage.

Fussgänger werden angefahren, wenn man in einer Rechtskurve zu fest nach rechts gesteuert hat oder es passieren tragische Unfälle, wenn ein Auto falsch einspurt oder die Gegenfahrbahn mit 

der Überholspur verwechselt. Im Fachjargon spricht man dann auch von gefährlichen „Geisterfahrern“. Diese meinen zwar, dass sie richtig eingespurt haben und sind vielfach noch der Überzeugung dass sie jetzt doch sehr viele Falschfahrer antreffen, die entgegen kommen… merken aber leider oft zu spät, dass sie den grundlegenden Fehler begannen haben und zu einer hohen Gefährdung für andere korrekt fahrende Autofahrer wurden. 

Damit dies nicht passiert, ist gegenseitiger Respekt in der richtigen Art und Weise des zwischenmenschlichen Umgangs unabdingbar. Und natürlich auch das Einhalten des allgemein verbindlichen Gesetzes. Es gibt auch auf der politischen Ebene „Verkehrsregeln“ an die sich alle zu halten haben. Es gibt aber auch Wege, Landstrassen und Hauptstrassen, welche von den verschiedenen Parteien entwickelt wurden. Was aber nicht heisst, dass plötzlich der Rechtsverkehr aufgehoben wird. 

Unsere Nation wurde klar durch christliche Werte in der Gründung geprägt und der Grund unseres Wohlstandes ist auch auf der freien Marktwirtschaft, aber auch auf traditionellen Werten und einem gut funktionierenden Bürgertum gegründet, welches nach wie vor den wichtigen Mittelstand präsentiert. Dies zu verleugnen oder gar anzugreifen wäre ein katastrophaler Fehler. Genauso wie es ein Falsch wäre in der jahrhundertealten Tradition des verschiedenartigen humanitären Zusammenlebens in der Schweiz andersartige Kulturen oder Minderheiten bewusst auszuschliessen. Auch für sie gibt es die Strassen, die Verkehrssignale und die Gesetzgebung gilt für uns alle.